2015-11-25

Märchenausmalkalender 2016


Heute gibt es einen ersten Blick auf die Motive des Kalenders.

Bitte habt Verständnis dafür, dass ich jene mit Wasserzeichen versehen habe.






Weitere Daten 
Farbiges Cover, 12 Blätter in Schwarz/Weiß mit farbigen Kalendarien
A4 Hochformat
Kostenfaktor: 10,00€ zzgl. Versand.
(Versand nur innerhalb Deutschlands!)


 

Wer auf jeden Fall einen Kalender möchte, der kann mir an
ayadrawings@gmail.com
bereits eine Mail schicken mit dem Betreff "Kalender" und der
gewünschten Bestellmenge.

2015-11-01

MMC 2015 - Eine Bilanz

So, nun ist die MMC ja doch schon wieder eine Woche her und ich hatte noch nicht geschafft, einen Bericht zu verfassen. Es gibt so einige Worte zu verlieren - sowohl positive als auch negative.
Und im Anschluss möchte ich alsgleich ein paar Dinge loswerden, wie ich mir das nächste Jahr als Zeichner vorstelle.

Die MMC - Vorbereitung

Für mich verlief es dieses Jahr sehr ruhig ab. Das meiste habe ich zwei Wochen vor Start noch hergestellt bzw. herstellen lassen. Zum einen hatte ich gar keine Zeit, zum anderen mache ich mir mit Conventions keinen Stress. Ich verdiene damit nicht meinen Lebensunterhalt, es ist ein Hobby und entsprechend sitze ich nur dann dran, wenn ich es wirklich möchte (was aber dennoch fast meine ganze Freizeit betrifft, haha).
Zur MMC selbst gab es von mir zwei neue KAKAO-Karten Sets, einen neuen Doujinshi und dann noch ein Halloween-Set bzw. Sticker, Ohrringe, Anhänger. Gerade letzteres hatte mir sehr viel Spaß bereitet.
Die Anmeldung für die MMC selbst verlief bereits im letzten Jahr und war schneller zu Ende, als man "Mega Manga Convention" hätte sagen können.
Es musste nicht einmal viel geworben werden - viele haben noch nicht einmal etwas mitbekommen und schon waren alle Plätze belegt und jene mit Wartemarken wurden mehr und mehr...

MMC-Freitag (23.Oktober) - Zeichnersicht

Wie eh und je erst am Abend alles zusammengepackt und viel zu spät ins Bett gekommen, ging es für mich erst gegen halb zwölf am Folgetag zur Veranstaltung. Zwei Stunden vorher wäre der gesonderte Einlass für Zeichner gestoppt und somit kam ich dann zu 12.30 Uhr an.
Es lief ziemlich komplikationslos - anmelden, Ausweis kriegen, nächste Station.
Einweisung in die Artist-Alley, Standgebühren bezahlen und dann auch schon Aufbauen (oder doch erst einmal mit mir bekannten Leuten wie Natalie oder Kaypee reden)
Vor Ort lernte ich dann natürlich auch meine Standnachbarn kennen - und wir alle wissen, wie wichtig das sein kann, um bestimmte Events zu überstehen: Sei es nun in der Klasse, im Berufskolleg oder direkt auf Arbeit... wenn das Team nicht stimmt, macht es nur zur Hälfte Spaß.
Spaß sollte ich allerdings an dem Wochenende genug haben:
Gemeinsam mit HasiAnn und Dylan an meiner Seite gab es mehr als nur zu lachen.
Vielen Dank an meine beiden Mädels und auch an Tristezza, die ich nur kurz kennenlernen durfte, es aber dennoch eine echt coole Zeit war!

Der Standaufbau war recht fix getan und es blieb mir noch etwas Zeit, um bei den anderen herumzugehen und auch die Händlerräume zu sichten.
An und für sich verlief der Con-Auftakt ziemlich... voll. Jeder wird mir zustimmen können, dass Freitage eigentlich jene Tage sind, welche am ruhigsten erscheinen.
Nicht jedoch dieses Jahr... vielleicht waren es die Herbstferien, vielleicht auch einfach die Tatsache, dass die Contickets für Samstag ausverkauft waren ... letzten Endes war es aber ziemlich gut besucht!
Generell lief es für mich an diesem Tag sogar besser als am Samstag, was Standbesuche in Zahlen betrifft.
Gegen halb sieben kehrte ich der Veranstaltung dann den Rücken und machte mich auf den Heimweg, denn am nächsten Tag hieß es ausgeschlafen zu sein... schließlich stand ein langer "Arbeitstag" bevor.

Fazit des Tages: Viele nette Leute kennengelernt und wiedergesehen. Mich mit einigen Händlern unterhalten und wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse erlangt. Fazit des Händlerraums an sich: Gebrauchtmangas sind stark im Kommen und das Interessanteste vom ganzen Anime und Manga Angebot.
Cateringangebot verbessert sich zunehmend, viele japanischen Leckereien, die Preise bis auf wenige Ausnahmen ausgesprochen angemessen.

MMC-Samstag (24. Oktober) - Zeichnersicht

Für mich als Zeichner ein sehr frustrierender Tag. Ich hatte Spaß daran, für zwei Mädchen ein Mangaportrait zeichnen zu dürfen und freute mich ebenfalls darüber, dass eine meiner KAKAO-Originale wegging, aber alles in allem war es sehr mühselig.
Die Convention selbst war gut besucht, wenn auch weniger als in den Vorjahren. Wir stellten schon Theorien auf, dass dies vielleicht daran lag, dass sie allgemein weniger Tickets verkauft hatten, damit das Fontane-Haus nicht überlaufen war. An sich eine gute Idee, aber leider natürlich für den eigenen Umsatz nicht das Wahre. In dem Sinne lief es für mich also sehr ruhig ab. Auf der einen Seite schön, wenn man NICHT mit Con-Hons überladen ist, auf der anderen Seite natürlich enttäuschend.

Meine Highlights selbst waren hier wiederum eigene Besuche bei Händlern und Zeichnern: So zum einen bei David Füleki, ein echt klasse Kerl, den ich weiterhin als Leser unterstützen mag, zum anderen aber auch die sehr liebe Harada Midori - Illustratorin diverser Pokémon TCG Karten und Zeichnerin eigener Geschichten - und zu guter Letzt Zeichner bei uns wie Chen und PiuPiuThePenguin selbst, mit denen ich ebenso ein wenig schnacken und austauschen konnte. Ach... und nicht zu vergessen das Anfreunden mit der Künstlerin Sara Horwath, eine tolle Frau, die noch tollere Bilder zum Thema Pin-Up bzw. Burlesque zeichnet und malt und ebenso auf der Convention schnelle Portraits von einem anfertigte - was ich auch hab machen lassen. :)
Wenn ihr also die Chance habt, mit Menschen zu reden: Dann tut es!
Scheut euch nicht!
Wir freuen uns wirklich über jeden Gesprächspartner!! :) <3

Fazit des Tages: Weniger zu tun als am Freitag, gleichbleibend interessante Leute kennengelernt und mich darüber geärgert, dass ich nicht schon am Freitag die Gebrauchtmangas gekauft habe... so konnte ich nur noch einen NANA-Band abstauben. Alte Serien, die abgebrochen werden, stellen im Übrigen immer ein sehr gutes Smalltalk Thema dar... auf einmal ist man schneller in einer Konversation verwickelt als man schauen kann.

MMC-Sonntag (25. Oktober) - Besuchersicht

Vorab eine Entschuldigung an jene, die mir vielleicht einen Besuch hatten abstatten wollen: ich war an diesem Tag nicht mehr vertreten. Zwei Tage Convention haben mich genug ausgelaugt und somit verzichtete ich auf den letzten Tag, zumal es für mich auch wirklich nicht gut lief.

Ich ließ diesen Sonntag somit nur als Besucher anfangen und enden - und das auch erst ab Mittag.
Eine gute Entscheidung. Gemeinsam mit einer Freundin erlebte ich die Convention als Besucher und hatte auch hier wieder sehr durchmischte Erlebnisse. Wir hatten einen leckeren Snack bei den japanischen Hausfrauen, konnten uns aber über verbrauchte Luft im Gebäude erfreuen, fanden bei den Händlern nichts zu kaufen, hatten ein schönes Fotoshooting, erlebten hilfsbereite Cosplayer, Müllberge, ...
Es war durchaus mal wieder interessant zu sehen, wie sich eine Convention als Besucher anfühlt, aber zeigte mir auch, dass es in der Form nichts mehr für mich ist.


Und in der Zusammenfassung...

Als Zeichner war es für mich also ziemlich niederschmetternd.
Mir ist bewusst, dass ich qualitativ nicht die Beste der dort Anwesenden war, aber dennoch war der allgemeine Absatz nicht so grandios, wie ich auch von Bekannten hörte, die ebenso mit Stand auf der Convention vertreten waren.
Und ich kann nicht einmal sagen, woran es lag...
- nicht kaum voneinander abhebendes Angebot
- mein Standbereich ging unter
- zu teuer?
- uninteressantes Angebot
- Bring & Buy direkt gegenüber
- allgemein schlechter finanzieller Zeitpunkt da Monatsende
- Händler lockten viel mit Lucky Bags, die gut verkauft wurden
- Standposition nicht optimal
- zu wenig Werbung im Voraus
- kein Interesse seitens der Besucher, sofern man nicht Hentai, Boys Love oder Girls Love anbietet
- ...
Woran es aber wirklich lag? Tja... das werden wir nie erfahren.
Es ging eben nicht nur mir so und an irgendetwas muss es ja liegen... da würde mich ehrlich die Meinung der Besucher interessieren, wie sie allgemein die Artist Alley empfunden haben.

Ein großes Plus:
Die Betreuung der Zeichner durch die Orga. Regelmäßig wurde sich nach unserem Wohlbefinden erkundigt, wir hatten genug Freigetränke, bekamen Essensmarken, allgemein war es eine gute Organisation der Zeichnermeile. Davon kann man sich eine Scheibe abschneiden!
Wirklich toll!
Ebenso wurde regelmäßig kontrolliert, ob nicht Fanarts angeboten wurden, da diese vertraglich ausgenommen waren zu verkaufen bzw. überhaupt auszustellen.

Aus Besuchersicht war natürlich vor allem das Essen sehr reichhaltig und sehr lecker.
Die japanischen Hausfrauen haben wie eh und je zauberhaftes angeboten, es gab Taiyaki, Crêpes, Fertigonigiri, ... und natürlich auch simple Imbisskost.
Das Maidcafé war hierbei noch mal eine Abwechslung und die jetzige Stelle dessen ist zwar nicht die gemütlichste und ruhigste, aber dennoch sehr, sehr praktisch:  Die Maids haben einen eigenen Tresen, Möglichkeiten des Caterings und somit auch noch einmal ganz andere Optionen, als in einem kleinen separaten Raum, wo man auf externe Wasserkocher angewiesen ist.
Die Händler selbst hatten wieder unterschiedliches Angebot, aber letzten Endes zu wenig für mich Interessantes. Merchandise ist nicht meins - überteuerte Importwaren erst recht nicht.
Schön war dann aber noch die kleine Sailor Pride Sektion, die im hinteren Teil des Fontanehauses angedacht war - ein bisschen zu abgeschottet, wie ich finde, aber eine wirkliche nette Sache. Es gab diverse Gimmicks zu betrachten, die einen an damalige Toys'R'us Zeiten erinnerte, Figuren und generell eine liebevolle kleine Abteilung für Sailor Fans.
Weiterer in meinen Augen positiver Punkt hinsichtlich der Organisation: Eingang und Ausgang des Hauptsaales waren getrennt. Eine mehr als überfällige Entscheidung der Convention.

Kritikpunkte sind aber natürlich dennoch vorhanden (vorab: was sich z.T. auch nicht einplanen ließ und somit der Convention nicht unbedingt Schuld zuzuschreiben ist)

Die Sache mit den Toiletten... Leider war die Hälfte der Toiletten gesperrt. Passiert.
Ist natürlich nur sehr schlecht, wenn man für regelmäßiges Trinken sorgen soll und dann aber entsprechend oft auf Toilette rennen muss. Du musst halt bereits im Voraus wissen, dass du in 15 Minuten gehen musst - wegen der Warteschlangen...
Die Eintrittsbändchen: Wie eh und je leider ein Manko. Zum einen sind sie zu leicht zu fälschen, zum anderen sind sie nicht gerade beständig vom Aufdruck her. Ob ich jetzt Eintrittskarten habe, die ich verlieren und übertragen kann, oder Bändchen, die sich ablösen bzw. zu fälschen sind... ist beides nicht der Bringer. Noch schlechter wären natürlich Stempel... aber optimal ist es nicht. :(
Mülleimer... Alle Jahre wieder und alle Jahre zu wenig dieser. Gerade im Cateringbereich... wie eh und je lagen benutzte Servietten, Pappteller, etc. auf den Tischen herum - die Tische selbst waren dreckig (manche aßen anscheinend auch auf dem Boden) ... Liebe Orga, bitte, bitte, bitte, bitte... kommandiert in Zukunft jemanden im Catering dazu ab, regelmäßig Tische und Stühle reinzuhalten!
Das ist keine schöne Aufgabe, gehört aber in der Gastronomie hinzu, wenn es schon die Kunden nicht können (für mich ebenso unverständlich) ... Stellt wenigstens einen zweiten Mülleimer auf, leert diese entsprechend regelmäßig. Bitte!
Hygiene bei der Essenszubereitung - Und hier kann ich nur für die japanischen Hausfrauen und gegen die Crêpestation sprechen: Wenn ich das Essen anfassen muss, weil ich Onigiri formen oder den Crêpe belegen muss... dann zieht man sich bitte Handschuhe an oder nutzt zumindest Hilfsmittel wie eine Gabel!
Ihr arbeitet mit Lebensmitteln, seid in unmittelbarer Nähe zu den Kunden!
Nagellack ist ebenso ein NO GO.
Zudem sind wir in der Wintersaison... Magen-Darm-Keime, Grippe-Keime, etc. fliegen so schon umher und werden mit solcher Schlamperei nicht gerade reduziert!!
Die Sache mit den Fanarts... Einige kennen meine Meinung dazu bereits. Ich gehe vollkommen konform damit, dass man auf der Convention KEINE Fanarts verkaufen sollte. Nur: Bitte seid konsequent.
Ich kann nicht bei den Zeichnern meine Runden machen, aber die Händler außen vorlassen.
Ich hab dort genug gesehen, was eindeutig KEINE Originalarbeit darstellt... Es geht mir nicht ums Anschwärzen... aber entweder mach ich es richtig oder lass es. Fügt es schlichtweg wie bei uns in den Vertrag ein.

* * *

Eine sehr wechselhafte Convention - aber gerade, was die Leute betrifft, war sie mehr als nur schön.
Ich hatte schon sehr lange nicht mehr mit so vielen netten Personen reden können.
Viele Erfahrungen ausgetauscht, einfach nur gequatscht, Blödsinn gemacht und  Spaß gehabt.

Vielen lieben Dank an alle, die dies möglich gemacht haben!! <3

2015-10-21

MMC Berlin PREVIEW - 23.-25.10.2015



In wenigen Tagen ist es soweit und die Mega Manga Convention in Berlin steht vor der Tür.
Bei dieser bin ich als Zeichner vertreten und was es so geben wird... schaut selbst:








Ich bin schon sehr auf die übrigen Zeichner gespannt und freue mich vor allem
folgende wiederzusehen:

Kiriya_Kirihara
PiuPiuThePenguin
Sereg
Kaypee
Yomi no Uta



Kommt doch vorbei, wenn ihr könnt. <3






2015-10-14

#inktober 2015 (Erste Bilanz)

Seit dem ersten Oktober ist wieder die #Inktober Challenge angebrochen, an der ich ja bereits schon letztes Jahr teilgenommen habe.

Worum geht es hierbei?



Werft einen Blick auf Jake Parkers Seite, um mehr Informationen zu erhalten.
Für diejenigen von euch, die des Englischen nicht so mächtig sind, eine kleine Übersetzung:


"Jeden Oktober nehmen Künster aus der ganzen Welt an der InkTober Zeichenchallenge teil, in dem jeden Tag des gesamten Monats eine Tuschezeichnung anfertigen. Ich kreierte den InkTober 2009 als eine Challenge, die meine Tuschefähigkeiten verbessert und positive Zeichenweisen hervorbringt. Diese wuchs in ein weltweites Unterfrangen mit tausenden von Künstlern, welche jedes Jahr die Challenge aufnehmen.
Jeder kann am InkTober teilnehmen. Nimm einfach einen Stift und fang an zu zeichnen.

InkTober Regeln:
1) Fertige eine Zeichnung mit Tusche an (du kannst eine Bleistiftvorskizze anfertigen, wenn du möchtest)
2) Poste es in deinem Blog (oder Tumblr, Instagram, Twitter, Facebook, Flickr, Pinterest oder pinn es einfach an deine Wand.)
3) Gib dem Hashtag #inktober an
4) Wiederhole

Bemerkung: Du kannst dies täglich oder in einem Halbmarathon bestreiten und jeden anderen Tag posten. Oder arbeite die fünf Tage und poste einmal in der Woche. Wie auch immer du dich entscheidest, sei beständig. Bei INKtober geht es darum zu wachsen und sich zu verbessern und positive Gewohnheiten zu entwickeln. Je beständiger du bist, desto besser.

Das ist es! Jetzt kreiere etwas Schönes."


2015-08-19

"Go for it" - Manga made in Germany

Ich habe eine ganze Weile nichts mehr geschrieben, so dass ich mich erst einmal mit einem "Hallo" zurückmelden möchte.
Und anstatt heute etwas von mir zu posten - zumindest im Sinne von Arbeiten, die ich gezeichnet habe - möchte ich euch eine kleine Review bzw. zu Christina Plaka geben.

Wer von euch kennt die gute Frau Plaka?

Christina Plaka, 1983 geboren, ist eine deutsche Comiczeichnerin, die sich besonders seit 2003 mit "Prussian Blue" in der Daisuki gezeigt hat - daraufhin dann "Yonen Buzz", ein fünfteiliger Manga und mehr oder minder die eigentliche Geschichte mit "Prussian Blue" als Episode 0.
Einige von euch werden vielleicht auch noch das Daisuki-Maskottchen "Kisu" im Kopf haben - ebenso von Christina entworfen und später von Viviane übernommen.
Christina gehört sozusagen mit zu den alten Hasen der deutschen Manga-Szene, war doch auch Robert Labs ein bekannter Zeichner vor entsprechender Zeit, der 2001 mit "Dragic Master" startete und dann ebenso mit "Crewman 3" zu 2003 in dem Jungs-Gegenstück "Banzai" erschien.

Doch zurück zu Christina.

Schon damals war sie für mich eine Zeichnerin, deren Stil irgendwo besonders war. Im Rückblick nicht gerade anatomisch korrekt, nicht unbedingt technisch perfekt, aber dennoch besaß sie immer irgendwo Ausdruck in ihren Zeichnungen. Obwohl ich "Prussian Blue" recht gern mochte, hat mich "Yonen Buzz" einfach nicht gegriffen. Dennoch habe ich mich immer gefreut, etwas Neues von ihr zu lesen / hören.
2009 folgte der Oneshot "Herrscher aller Welten", den ich damals schon sehr erfrischend fand, weil sich ihr Stil in den Jahren doch noch einmal sehr entwickelt hatte. Weitaus reifer, authentischer, technisch ausgefeilter.
Wenn man sich ein bisschen mit ihr beschäftigt, so findet man heraus, dass sie eine Zeit lang eben auch in Japan zugange war und dass ihr 2013 erschienener Oneshot "Kimi he - Worte an dich" ihre Abschlussarbeit des Masterstudiums darstellte.
Selbst diejenigen, die sich nie mit Christinas Stil hatten anfreunden können, werden hier vielleicht eines besseren belehrt.

Und nun... zum Comictag 2015 die große Überraschung für mich: Ein neuer Manga von ihr.


(c) Christina Plaka / Gratis Comic Tag


Die Leseprobe zu "Go for it" hat mich sofort gefesselt.
Nun hat dies zwei Gründe:

Zum einen war ich, bin ich und werde immer absoluter Volleyballcrack sein. Dass der Manga eben um Volleyball als Grundlage geht, kommt mir nur gelegen.
Zweitens: Ich habe Christina für ihre Arbeit immer bewundert. Sicher gehört irgendwo auch Glück dazu, aber noch viel mehr harte Arbeit. Und die hat sich bezahlt gemacht. Ich war neugierig, was die "heutige Plaka" auf die Beine gestellt hat.


Zum anderen... kommen wir dann zur eigentlichen Review für "Go for it"


Ich war so hingerissen, dass ich's gleich ein zweites Mal lesen musste und mir aktuell immer noch das dritte Mal verkneife.
Die Geschichte selbst ist nun kein Meisterwerk im Rahmen einer einzigartigen Story - Jeder, der bereits Sportmanga oder -anime (ggf. noch mit etwas Shojo gemixt)gesehen hat, weiß, dass es ein typisches Konzept ist:
Protagonist ist einem Sport leidenschaftlich verfallen. Ein neuer Spieler tritt auf, der irgendwie nicht ins Raster passt. Der Neue wird doch auf Umwegen Mitglied. Drama ist eine Sportverletzung. Und weil wir Romance brauchen, tauchen auf einmal Gefühle auf, die vorher nicht direkt anwesend waren...
Wenn wir damalige Sportmanga betrachten, so fiel gerade der Romantikaspekt extrem flach, weil es eben NUR den Sport für den Protagonisten gab.
Oder wie die AnimaniA es in einer alten Ausgabe proklamierte: Der moderne Weg des Bushido. (Fanart-Special von 1999)

In "Go for it" dreht es sich also um "Nike", welche leidenschaftlich gern Volleyball spielt und zudem noch Assistentin der Jungsmannschaft ist. Ihr Bruder Benni ist ebenso Volleyballspieler - also das perfekte Geschwisterpaar.
Eines Tages kommt ein Austauschschüler aus Brasilien namens "Jona" in die Klasse und soll dort ein Jahr verbleiben. Nike spürt die Aura, dass er ein Volleyballer sein muss (Klischeeanzeichen, die stimmen!) und versucht ihn für die Jungsmannschaft zu gewinnen, da dieser leider krankheitsbedingt ein wichtiger Spieler für die Relegationsspiele fehlt. Mit einigem Hin und Her schafft sie es sogar, ihn zu überzeugen und es läuft da sogar mit ihrem Schwarm Victor immer besser, der ebenso Teil des Teams ist. Als Nike allerdings in einem Spiel der Mädels hängt und sich schwer verletzt, scheint alles aus den Rudern zu laufen. Selbst eine OP versichert ihr nicht, dass sie je wieder spielen kann und mit einem Mal scheint Jona der einzige zu sein, der ihr helfen kann... was Benni missfällt...

Christinas Story liest sich zu 90% mehr als nur angenehm - ein gutes Erzähltempo, gutes Paneling... was will man mehr? Die Zeitsprünge sind hingegen mehr für die Detailliebhaber gedacht, wie mir scheint, da auf Grund fehlender typischer "Zeitrafferpanel", die man aus Shojo kennt (Ihr wisst schon: Die nichts sagenden rechteckigen, ineinanderlaufenden Kästchen) nicht gleich ersichtlich ist, wie viel Zeit vergangen ist. Wenn man aber weiß, dass die Charaktere zuvor Sommerkleidung getragen haben und nun mehr in Winterklamotten geworfen wurden, sollte es klar sein, dass wir nicht nur einen Wetterumschwung haben. Noch dazu die Sprüche hinsichtlich Frostbeule Jona - kluger Schachzug, Frau Plaka. ;)

Sie kommt mit wenig Rasterfolie aus und setzt mehr auf Schraffur und Detailzeichnung - so findet man zum einen liebevoll gestaltete Hintergründe, zum anderen aber auch ebenso toll schraffierte Faltenwürfe oder feine Verästelungen der Bäume.

Die Charaktere selbst haben alle etwas Einzigartiges für sich. Nike ist die optimistische irgendwo jungenhafte Sportlerin, die sich aber eindeutig nach Romantik sehnt, ihr Bruder Benni ist der Aufpasser und Cool Guy, während Jona zwar letzteres auch recht gut beherrscht, allerdings etwas "griffiger" von der Person her ist und emotionaler erscheint. Der Rest der Mannschaft ist bunt gemixt (nicht nur vom Aussehen, sondern auch von Nationalitäten und Charakterzügen, die zwar nur in Ansätzen gezeigt werden, aber dennoch Hinweis drauf geben, dass wir es mit einer vielfältigen Gruppe zu tun haben) , Nike hat eine allseits zur Seite stehende beste Freundin und zu guter letzt haben wir so eine recht große Charaktervielfalt, die jetzt nur noch zu toppen wäre, wenn ein paar Erwachsene mitmischen würden. In meinen Augen sind besonders die Profilansichten der Kerlchen sehr, sehr bewundernswert... oder sollte ich sagen "Chrrr~" ?


Betrachte ich die Story aus Volleyballcrack-Sicht, so gefallen mir die dargestellten Spiele, Übungen, Trainingssequenzen usw. wirklich gut. Detailliert und genau. Dies betrifft aber nicht nur Handlungsabfolgen, sondern auch Perspektive und schlichtweg die zeichnerische Qualität. Natürlich kommen auch bei Plaka teilweise Extremposen vor, die so nicht funktionieren würden, allerdings auf Grund eines verstärkenden Effektes benutzt wurden. Im Großteil von "Go for it" kann ich mich allerdings korrekter Hand- und Körperhaltungen erfreuen.
Hattet ihr schon mal den Manga zu "Mila Superstar" / "Attack No.1" in der Hand? Hier wird das Mädchenhafte, Grazile betont, damit die Zeichnungen weiterhin weich und fließend bleiben und nicht zackig, explosiv, wie man es in Sportmanga normalerweise haben möchte. Demnach sind die Arme und Beine gerne mal verdreht oder wie Gummi gezogen.


Dass deutsche Zeichner Geschichten veröffentlichen, ist nun nichts neues mehr, aber dennoch möchte ich euch diesen Manga sehr ans Herz legen.
In meinen Augen einer der besten Werke, die wir hier begrüßen dürfen. Die Story muss nicht superoriginell sein, um dennoch mitzureißen, aber definitiv tut sie es. Solltet ihr absolut kein Sportmanga-Fan sein, könnte es euch hingegen etwas schwieriger fallen. Für alle anderen, die bereits den hiesigen Sportanime verfallen sind, kommt es ganz recht.
Natürlich kann man "Go for it" nicht mit solchen langwierigen Serien wie "Prince of Tennis", "Captain Tsubasa" oder meinetwegen auch "Kuroke no Basket" vergleichen - in diesen haben wir wirklich das typische Bild einer Sportserie: Sport, Sport und nochmals Sport. Ein bisschen Liebe wird durchaus erwähnt, aber wir befinden uns schlichtweg auf dem modernen Weg des Bushido, um zum Anfang dieses Beitrags und damit zur AnimaniA zurückzukommen.
Ihr werdet somit in "Go for it" (zumindest im ersten Band - wer weiß, was kommt), keine verschwindenden Bälle oder jene mit seltsamer Kurvenführung finden. Ebenso wenig wird es Dreifachangriffe geben und mehrfache Sprungrollen in der Luft. Dafür erwartet euch aber eine liebevoll gestaltete Geschichte mit vielen schönen Zeichnungen, die Lust auf Detailschau haben.
Und wer weiß... vielleicht kommt dann doch noch ein Special-Move, den keiner erwartet?

Aktuell zeichnet Christina bereits an Band 2 und wir hoffen alle, dass dieser Band dann nächsten Sommer herauskommt. Ich drücke ihr die Daumen und sage: GO FOR IT! :)