2016-11-05

#INKtober 2016










gezeichnet in
einem LEUCHTTURM1917 Jottbook A7

Medien
Standardgraph 0,1 und 0,8
Copic Multiliner 0,3-0,5
Marupen
Nan-King Ink
Copic Ciao
Faber Castell Polychromos
Stylefile Marker
Tiger Twinmarker

2016-07-07

Wo ich stehe

Inzwischen ist ein halbes Jahr rum und ich habe den Stift kaum angerührt.
Insgesamt habe ich fünf Bilder zustande bekommen, habe ein paar Portraits skizzieren geübt und zwei ganze KAKAO-Karten gefertigt.
Ich habe innerhalb dieses halben Jahres kein einziges Mal aquarelliert und auch meine so lang geplante Panoramaleinwand ist immer noch leer.
Die Feder habe ich seit dem letzten Wettbewerb und seit dem Inken der letzten Seite des 6. FTH Kapitels gar nicht mehr in den Händen gehalten.
Ich habe zum Jahresende gesagt, dass ich mich anderen Dingen zuwenden werde, aber seitdem hat es sich auch außerhalb der Kunst abgespielt. Ich habe wieder mit dem Schreiben angefangen und ich habe mit dem Musizieren begonnen.

Irgendwo hatte ich immer das Bedürfnis wieder weiterzumachen, aber... wisst ihr, wie schwer das ist, wenn sich der Stift in der Hand nicht richtig anfühlt? Ich kann es nicht beschreiben, aber es kommt mir fast so vor, als habe ich innerhalb des letzten Jahres etwas ganz entscheidendes verloren - nur kann ich es nicht benennen und weiß entsprechend auch kaum, wie ich es wiederfinden soll.

Das Zeichnen ist für mich seit Jahresende ein Krampf.
Wenn es sich jemand vermiest hat, dann in erster Linie ich selbst und nur ich allein.
Perfektion kann kaputt machen.
Ich will seit langem schon nicht mehr perfekt sein und habe immer gesagt, dass ich zufrieden bin, wenn es auch nur eine Person gibt, die meine Geschichten bzw. Bilder mag.
Ich wollte nie wieder perfekt sein.
Aber je mehr Leute die Geschichten lesen, je mehr Leute deine Bilder gefallen, desto schwieriger ist es, sich nicht selbst den Stress aufzuerlegen, irgendwie genügen zu müssen.
In Quantität, Qualität und vor allem im Vergleich zu anderen.
Es ist für mich sehr schwierig geworden, mich nicht ständig mit anderen zu vergleichen.
Ich habe oft genug erfahren, wie schnell ersetzbar man für andere ist.
Was wollte ich aber mit meinen Zeichnungen? Dass sich jemand dran erinnert und vielleicht auch sagt "Hey, da war mal..." Ich wollte nicht in der Masse untergehen. Dass ich das rein technisch natürlich tue, war mir immer bewusst. Aber dieses Manko wollte ich anderweitig kompensieren.
Und dann passierte das, was vielen passiert... 

Nach zwei Jahren hatte ich auf meiner Künstlerseite rund 240 Likes. Zählen wir die Dateileichen ab, bleiben vielleicht 150. Darüber habe ich mich gefreut. Aber ich erhielt keine Rückmeldungen.
Nur selten mal einen Kommentar. Die Bequemlichkeit und die knappe Zeit eines jeden Einzelnen verlagert das ganze auf Likes oder Favoriten. Je nachdem, welche Seite man betreibt.
Es ist frustrierend.
Lud ich Seiten von FTH hoch, so wurden diese ebenso wenig beachtet. Lag es an mir? Lag es an der Story? Keine Rückmeldungen zu erhalten, tut irgendwo doch weh.
Letzten Endes dann die MMC 2015 - ein reines Desaster für uns alle irgendwo... es hat einfach keinen Spaß gemacht. Es war komplett anders als die erste MMC 2013 oder die MangaMatsuri kurz darauf.
Ich fragte mich, was ich eigentlich machte...
Und ich fragte es mich noch einmal, als ich das Wichtelbild fertigstellte. Nicht falsch verstehen, die Arbeit, die dahinter steckt ist aufrichtig. Es ist ein ehrlich durchdachtes Bild. Es hat auch Spaß gemacht. Ich kann es nur nicht ansehen. Weil es für mich mit negativem Empfinden verbunden ist.

Und dann die Pause...

Die Zeit verging so schnell. Es ist so viel passiert und ich muss sagen, dass ich eigentlich jeden Tag kämpfe. Das, was mich drei Jahre gerettet hat, ist so in den Hintergrund gerückt.
Ich hänge stattdessen so sehr an den Menschen um mich herum.
Ich nutze jede Sekunde, die ich habe.
Ich schreibe endlich meine Geschichte, die seit sieben Jahren darauf wartet, geschrieben zu werden.
Ich habe begonnen, endlich Violine zu lernen.
Ich habe wieder ein bisschen was mit Cosplay und somit auch Fotos am Hut.
Ich fahre wieder mehr durch Deutschland, unternehme weitaus mehr.
Ich tue mehr für mich - viel mehr.

Ich bin noch lange nicht an dem Punkt, wo ich wieder locker drauflos zeichnen kann.
Doch hoffe ich, dass das irgendwann wieder kommt.
Als ich an einer STA neulich teilnahm, war es für mich eine wahre Mutprobe... ich setzte mich freiwillig dem Stress aus, etwas auf Zeit zu zeichnen. Ich verzweifelte, ich patzte, ich schaffte es und im Nachhinein bin ich ganz froh, aber gleich nach Ende dachte ich mir "Nie wieder." Solche Gedanken hatte ich früher nicht.
Vor drei, vier Monaten saß ich am Storyboard für das 7. Kapitel von FTH. Ich hatte sieben Seiten geschafft... seitdem nichts mehr. Gestern habe ich mich dann doch wieder rangewagt und nun mehr ist sogar eine erste Vorzeichnung entstanden. Oh Wunder...
Ich habe vor rund zwei Wochen mal ein kleines Lebenszeichen auf meiner Künstlerseite gesetzt.
Es ist alles nicht viel, doch sind es diese kleinen Mini-Schritte, die mich vielleicht wieder auf den Weg führen, wo ich war. Bevor alles aus den Fugen geraten ist.

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Diesen Eintrag habe ich jetzt vor gut einer Woche schreiben wollen...
Inzwischen hat sich wieder etwas getan:

Ich habe wieder ein bisschen mehr gezeichnet.
Eine kleine Skizze, aus der ein kleines Bild wurde (wortwörtlich - Größe A8).
Eine weitere Skizze, aus der Lines wurden: A5.
Es sind nun mehr fünf Seiten für das 7. FTH Kapitel vorgezeichnet und ich lade die übrigen Seiten des fünften Kapitels nach und nach hoch. Leider nicht komplett gerastert, aber darum geht es mir nicht.

Ich erinnere mich nämlich gerade an "Standing in the Rain" zurück - meinen Bleach-Doujinshi, welchen ich erst gut vier Jahre später geinkt habe und der in erster Linie einfach nur da sein sollte: Schräg, in Bleistiftlinien, und und und...

Ich mach langsam, versprochen.
Ich werde es nicht übertreiben und nur Stück für Stück an die Sache herangehen.

Ganz langsam.

Ich liebe die Kunst.

Und ich möchte sie eben auch wieder lieben, wenn ich selbst in diesem Bereich kreativ bin.

2015-12-31

Was nimmst du dir vor? Vorsätze 2016...


Und damit kommen wir dann zu dem eigentlichen Veränderungsbeitrag und somit den letzten des Jahres. :)

Ich habe lange überlegt, SEHR lange, was ich dazu sagen soll... ob ich etwas sagen soll oder nicht...
Das Jahr ging für mich in zwei Richtungen - eine sehr gute was das Kennenlernen neuer Leute betraf und das Weiterentwickeln eigener Fertigkeiten, aber auch eine sehr miese, was das generelle Verbreiten der eigenen Arbeiten betrifft.


Und deswegen habe ich für mich ein paar Entschlüsse gefasst...

Ich werde bis auf die Sakana Matsuri, sollte diese wieder Ende des Jahres stattfinden, auf keiner Anime- und Manga-Convention mehr vertreten sein. Ebenso wenig Stammtische jeglicher Art.Ausnahme sind private Zeichnertreffen.
Sie rentieren sich für mich in keinster Weise und ich brauche meine freien Wochenenden auch für viele andere Dinge: Freunde, Familie, Erholung, Reisen. Besonders letzteres ist für mich immer essentieller geworden, wenn es um die Erfüllung meiner Interessen geht. Wenn ich also in meinem Urlaub zwischen Convention und Reise wählen müsste, wird es immer die Reise sein. Davon einmal abgesehen ist es einfach unrealistisch für mich als Arbeiter drei ganze Tage auf einer Convention zu verbringen - das macht kein Arbeitgeber lange und immer wieder mit.

Ich werde mich dem Mangazeichnen weiter abwenden und andere Richtungen anstreben. Nach wie vor Portraits und Landschaften. Ein gewisser Comicanteil wird weiterhin vorhanden bleiben, aber ich merke, dass ich mich im Mangabereich momentan gar nicht mehr wohl fühle und werde dies nur noch dann anstreben, wenn ich mich danach fühle.
Ferner bedeutet dies für "Fünf Tage Hölle", dass ich das aktuelle und folgende Kapitel noch bearbeiten und hochladen werde, allerdings weitere Zeichnungen warten müssen, bis ich mich dazu fähig fühle.
Es ist also NICHT abgebrochen.
Es ist heißt außerdem nicht, dass ich keine Aufträge annehme.

Meine Künstlerseite auf Facebook werde ich beibehalten, allerdings evtl. nicht mehr so häufig mit Beiträgen versorgen. Ich muss sagen, dass es mir die Freude nimmt, wenn keine Interaktion herrscht. Damit meine ich Kommentare - nicht jene, die mir Honig um den Mund schmieren, sondern generell erst einmal ein gewisser Austausch. (Inzwischen geht der Trend wieder gen Animexx, dass ich dort mehr Feedback bekomme als auf FB)
Ich hasche wirklich nicht nach Kommentaren, aber etwas läuft gewaltig schief, wenn man auf manche Beiträge eine 300er oder sogar mal 500er Reichweite hat, aber abgesehen von 5 Likes nicht mal ein Kommentar vorhanden ist?
Wir sind keine bilderproduzierenden Maschinen: Wenn ihr nur gucken wollt, dann nutzt Google und Co. Entschuldigt diesen rauen Umgangston, aber ich finde es einfach unhöflich, wenn man NUR Schwarzbetrachter ist... ich muss nicht unter jedes Bild etwas schreiben, das tue ich auch nicht, aber hin und wieder wäre es ganz schön.
Ich verweise hierbei mal auf die Animexx Aktion der der "KomMission" - Wisst ihr, wie sehr sich die Leute freuen, wenn sie Feedback bekommen? In der Schnelllebigkeit vergisst man das durchaus mal... aber ich war wirklich verblüfft, wie sehr man anderen mit einem ernstgemeinten Kommentar eine Freude machen konnte.
Nanu... jetzt war das fast schon ein Appell...

Es wird keine neuen Gimmicks geben, sondern nur noch ein Restpostenverkauf.
Die Dinge, die ich also anbiete, sind weiterhin auf meiner Facebookseite zu finden und werden ab 4.1.2016 noch einmal eine letzte Preisänderung erfahren.


Es tut mir leid, wenn dies nicht mit euren Ansichten oder Meinungen einhergeht, aber nein.... eigentlich tut es mir nicht leid. ;)
Vielleicht werde ich 2017 auch komplett von FB verschwinden, mal schauen... Ich hoffe aber, dass ich 2016 jetzt vor allem in diesem Blog hier wieder mehr zum Posten komme.

Über Kunst, Zeichnungen, Materialien und und und.

2015-12-30

Vorsätze für das neue Jahr... erst die Rückschau!

Wie viele andere auch füge ich mich jetzt ein in die Reihe der Vorsatzschreiber und Veränderungsankündiger.
Zuvor allerdings... in diesem Eintrag ein zeichnerischer Rückblick auf 2015.
Fragen gefunden bei Faultierfee.


1. Hast du in diesem Jahr viel gezeichnet?

Generell ja.
Ich habe meine Linie beibehalten und so gut wie jeden Tag eine Kleinigkeit fabriziert oder an einem Bild weitergearbeitet, so dass ich sagen kann, dass ich stolz auf meine kontinuierliche Arbeit bin.


2. Welches Zeichenmaterial hast du am häufigsten benutzt?

Alles in allem wieder Aquarell, aber ich habe zu Mitte des Jahres auch wieder mehr mit Copicmarkern gearbeitet bzw. mit Touch Twin und Stylefile Markern. Aber auch sehr viel monochrom mit Linern aller Art, hierbei besonders Edding Profipen 1800 zu nennen.


3. Hast du eher digital gezeichnet oder traditionell?
Nach wie vor traditionell, wenn man das Rastern am PC einmal ausnimmt.
Es existieren genau zwei digitale Arbeiten dieses Jahr - die eine nehme ich mit ins neue Jahr und hoffe sie dort überarbeiten und online stellen zu können. Bisher bin ich nämlich besonders von der Farbwahl sehr zufrieden.


4. Hast du neue Materialien ausprobiert und wenn ja, welche und haben sie dir zugesagt oder eher nicht?

Ich habe mich vor allem an typisch "Kunst" probiert und möchte dort gerne weitermachen: Öl, Acryl, Kohle, Gouache, ... Kohle ist nach wie vor das Medium, wo ich am meisten Übung brauche. Außerordentlich verwundert war ich über die einfache Handhabung von Acryl und Öl, da ich mich damals in der Schule stets mit rumgequält habe...


5. Welches Format hast du am liebsten gezeichnet?
24*30cm. Das ist ungefähr mein Aquarellpapierformat. Wobei ich mich nun mehr auch mit 30*40cm anfreunden kann. Größere Formate sind gar nicht so schlimm.
Für die Collagen, die ich anfertigte, ging ich sogar auf A2 bis A1.


6. Welches Bild von 2015 magst du am liebsten und warum?

Eigentlich ist dies ein Bild, welches noch nicht einmal hochgeladen wurde, weil ich es noch für meine nächste Geschichte (irgendwann) gebrauchen kann und werde.
Wenn ich also wirklich nur von denen ausgehe, die auch hochgeladen wurden...


Sangatsu kokonoka - Ikeuchi Aya

Es war meine erste Aquarellarbeit, mit der ich wirklich zufrieden war. Ich hatte für mich nie die Technik herausgefunden, mit der ich entsprechende Verläufe hinbekomme. Habe mich nicht an Farbmischungen getraut, usw.
Dank Sencha kam ich an das Artbook von ENO, welche ich schon so lange vergöttere wie keine Zweite. <3 Ich schnappte es mir eines Tages und wollte mich ein bisschen damit auseinandersetzen,wie sie es hinbekommt so zarte Aquarelle zu zeichnen.
Das wird dann auch meine erste Aufgabe für das nächste Jahr: ein Bild ENOs nachempfinden und daraus lernen.
Hier ist es mir zumindest in der Atmosphäre gelungen, wie ich's haben wollte... ein Motiv zu "One Liter of Tears", mein neben "Attack No.1" absolutes Lieblingsdrama. <3 - Der Märzwind, das Frühjahr, ... <3


7. Hast du dich zeichnerisch verbessert im Vergleich zum letzten Jahr?

Ja, vor allem, was Semirealismus anbelangt bzw. generell ab vom Mangazeichnen.
Das ist nämlich auch das, was ich möchte - weg vom Mangazeichnen und hin zu weiterer Kunst.
Und männliche Anatomie. Ich habe mir ein Übungsskizzenbuch angeschafft, in dem ich mich nach und nach weiterentwickeln möchte. Sollte es nur mal wieder aufnehmen, haha.


8. Hast du dieses Jahr einen neuen OC erschaffen?
Sogar drei, aber darüber kann ich leider nichts sagen. ;)


9. Was hättest du 2015 noch gern gezeichnet?

Aktzeichnen. Leider hatte ich erst keine Zeit und dann kein Geld, um den Kurs zu besuchen, der mir vorschwebte.


10. Was nimmst du dir zeichnerisch für 2016  vor? Welche Vorsätze hast du?

Das wird im nächsten Blogeintrag behandelt. :)

Zeichner-Interview von FraeuleinAmalia mit Aya

Ursprünglich sollte dieses eigentlich auf Animexx im Rahmen einer Adventskalenderaktion erfolgen, tat es aber nicht und mit freundlicher Genehmigung darf ich es nun aber dennoch hier hochladen. :)
Die Fragen sind von FraeuleinAmalia zusammengetragen.

Ich muss sagen, dass einiges gar nicht so leicht zu beantworten war, weil ich mich wirklich mal wieder mit mir und dem Thema Zeichnen bzw. Doujinshi auseinandersetzen musste.

Nun aber viel Spaß! :)



Seit wann zeichnest du?
Ich habe zwar schon als kleines Kind liebend gern gezeichnet, aber bewusste Motive folgten erst als ich im Fernsehen Power Rangers, Sailor Moon und Co. sehen konnte.
Der "Entschluss", mich vor allem mit Manga und Anime zu beschäftigen, liegt jetzt gut dreizehn Jahre zurück, war dennoch aber recht faul, was das Üben betrifft.
Ernsthaftes Doujinshizeichnen ging somit erst 2011 los.


Hast du Vorbilder?
Ich habe verschiedene Mangazeichner, die ich mag und für jeweils ganz unterschiedliche Dinge bewundere:
Takeuchi Naoko, deren Zeichnungen für mich jedes Mal aufs Neue bezaubernd filigran sind.
Aoyama Gosho, welcher mich vor allem durch sein Detailreichtum und saubere Zeichnungen beeindruckt. Toriyama Akira ist für mich die Nummer 1 des Slapsticks.
Die Geschichten "Kamikaze Kaito Jeanne" und "Fullmoon wo Sagashite" im Shojo-Bereich von Tanemura Arina bewegten mich wiederum sehr. Ebenso Yazawa Ais "Nana" und Ashihara Hinakos "Sunadokei" im Slice of Life-Genre.

Abseits von Manga und Anime bin ich seltener unterwegs und kann da keine direkten Vorbilder nennen, aber es existieren viele Künstler, die ich z.T. auch abonniert habe und welche mich durchaus mehr als nur ein bisschen beeindrucken: David Füleki, Ilya Kuvshinov, Dina Brodsky, Jake Parker, Marc Boutavant, Kiuchi Tatsuro, ... und natürlich Meister wie Mucha, Klimt, Monet, Degas, Matisse, Mondrian, Picasso, aber auch Warhol, Lichtenstein, ... Beatrix Potter ;)


Was zeichnest du am liebsten für Doujinshi?

Am liebsten sind mir generell Alltagsgeschichten. Man kann so viel aus den eigenen Erlebnissen schöpfen. Gleichzeitig ist es aber auch sehr schwierig, jene Storys glaubhaft zu gestalten.
Die Probleme, welche die Charaktere durchleben müssen sind solche, die man meist selbst in ähnlicher oder abgewandelter Form kennt und zeigen sich somit als recht real.
So auch die zwischenmenschlichen Beziehungen - eine weitere Sache, die ich sehr gerne zeichnerisch darstelle, aber ebenso unheimlich komplex sein kann. Man muss seine Charaktere wirklich gut kennen und man kann nichts niederschreiben bzw. -zeichnen, von dem man keine Ahnung hat.
Aber ich mag es, mich neuen Herausforderungen stellen zu können :D


Was zeichnest du gar nicht gerne?

Actionszenen. Ich hasse sie regelrecht. Verzerrte Perspektiven, dynamische Posen, der Einsatz von Speedlines und Soundwords... das sind Dinge, die ich am liebsten gar nicht erst anpacken würde.
Ich habe dann zwar die richtigen Vorstellungen... kann sie aber nicht umsetzen - und das frustriert. (lach)


Was denkst du, hat den größten Einfluss auf deine Doujinshis?

Meine eigenen Erfahrungen mit der Welt und den Menschen, meine Beobachtungen.
Aber gleich darauf sind es dann Bücher, die ich gelesen oder Filme, die ich gesehen habe.


Was ist das deiner Meinung nach auffälligste an deinen Doujinshis, bzw. gibt es Story- oder Bildelemente, die sich gelegentlich wiederholen?

In meinen Augen auffällig ist die durchaus gleiche Art von Humor, welche sich in Form von auftretenden SD-Figuren (super deformed = super deformiert) bzw. Chibi-Figuren ("klein") zeigt.
Ich lockere Szenen immer mal wieder mit einem plötzlichen Witz auf oder ziehe Parallelen zu bekannten Geschichten, Ereignissen, etc.
Das Zweite, was mir noch einfällt, ist die Tatsache, dass ich meine Charaktere gerne gedanklich reden lasse - Gedankengänge sind etwas tolles - sie geben Einblick in das Innere der Figur, deren Ängste, Sorgen und Wünsche und sind gleichzeitig auch Hilfe, bestimmte Verhaltensweisen zu erklären.


Wo siehst du dich als Doujinshi-Autor in einem Jahr?
Eine schwierige Frage... Ich hoffe zunächst einmal, dass ich meine erste wirklich lange Geschichte "Fünf Tage Hölle" beendet habe und mich an die nächste setzen konnte.
Ebenso wieder eine oder zwei Kurzgeschichten.
Vor allem möchte ich aber technisch weiter gewachsen sein und ein bisschen professioneller zeichnen können. :)


Was ist dein Ziel als Doujinshi-Autor?
Ich möchte Geschichten zeichnen, die einem Freude beim Lesen bereiten.
Die einen berühren, vielleicht zum Nachdenken anregen oder aber auch einfach sagen lassen "Das kenne ich." Wenn ich das erreiche, dann bin ich schon ziemlich glücklich.
Ungelogen möchte ich aber auch MICH verbessern.
Ich möchte Geschichten besser erzählen können, möchte besser Tuschen und Rastern können oder generell einfach in Perspektive und Proportion wachsen. Viele kleine Dinge, die das Gesamtbild ergeben.


Wie bekämpfst du ein Kreatief?
Wenn ich wirklich ein kreatives Tief habe, dann muss ich anderes machen. Schreiben, Gitarre spielen, singen, ... irgendetwas. Ganz ohne Kreativität geht es bei mir eh nicht.
Sich herausquälen bringt mir nichts. Das habe ich schon oft versucht und bin jedes mal dran gescheitert. Lieber warte ich ab und versuche mich in der Zeit an anderen Dingen.


Wo arbeitest du am liebsten und was darf auf keinen Fall fehlen (neben deinen Zeichenutensilien) ?
Zuhause an meinem Schreibtisch. Ich brauche meine gewohnte Arbeitsumgebung, meine Materialien, meinen freien Blick in den Himmel und vor allem auch meine Musik.
Manchmal arbeite ich auch in totaler Stille, aber meistens muss irgendein Soundtrack o.ä. laufen, damit ich vorankomme. Der Griff zur Wasserflasche muss ebenso gesichert sein wie auch der Griff zur Schokolade oder zum Schokomüsli. ;)


Wie oder wo kommen dir die meisten und besten Ideen?
Das kann sowohl beim Duschen als auch auf Arbeit passieren. Oder beim Busfahren, wenn ich fast einschlafe.
Die meisten Inspirationen bekomme ich plötzlich - bei einer Tasse Tee mit Freunden, beim Shoppen, wenn ich in der Stadt unterwegs bin und Straßenkünstler sehe oder mich einfach mit fremden Menschen im Urlaub unterhalte. Letzteres ist für mich besonders spannend und brachte mir schon so einige interessante neue Blickwinkel und Gedanken ein. Demzufolge also auch fremde Städte, Ausstellungen und weitere Dinge, die den Geist beflügeln.


Was macht dir beim Zeichnen eines Doujinshis den meisten Spaß?
Ungelogen die Vorzeichnungen. Ich werde nie ein Fan vom Tuschen sein (bis auf Hintergründe) - daher mag ich die Vorzeichnungen am liebsten. Der Bleistift war schon immer mein bester Freund, weil er so viel hergibt.
Er kann ewig bestehen oder aber auch vergänglich sein.
Wie ich dann noch sagte: Hintergründe. Habe ich früher gehasst, aber heute ist es für mich die reinste Meditation, mich stundenlang an Städten, Landschaften und Gebäuden aufzuhalten... wäre dann nur nicht das Inken. :'D


Worauf legst du bei deinen Charakteren den größten Wert?
Vielfalt. Bei Kurzgeschichten habe ich oft das Problem, dass ich immer nur ein, zwei Seiten der Charakterpersönlichkeit beleuchten kann, aber nie mehr. Meine Figuren sollen viel von sich zeigen können – das, was der Leser nicht erwartet. Und sie müssen relativ natürlich aussehen. Solange mein Protagonist kein Exzentriker ist, wird er nie überstylt sein oder fantastische Frisuren tragen.
Das ist einfach mein Tick.



Zeichnest du lieber Fangeschichten (sprich zu einer Serie) oder selbsterdachte Geschichten?

Ich zeichne lieber selbst erdachte Geschichten, wobei es damals durchaus Spaß gemacht hat, den Bleach-Doujinshi als erstes großes Projekt zu zeichnen.
Bei so etwas fehlt mir aber eigentlich der Anreiz der Charakterentwicklung und ich habe Angst, dass ich zu sehr kopiere, weshalb ich lieber bei meinen eigenen Storys bleibe.


Welche Genres liegen dir am meisten/zeichnest du am liebsten?
Slice of Life mit dem Funken Shojo.
Diese habe ich selbst am meisten gelesen und verinnerlicht - wobei mein Stil selbst nie vollkommen dem Glitzerklischee des Shojo-Genres entsprechen kann: Dafür gab es ebenso viele Serien wie Dragon Ball, Ranma 1/2, Bleach, Death Note, ... Serien, die weitaus simpler bzw. ohne Schnickschnack gezeichnet wurden.


Mit welchen Genres kannst du gar nichts anfangen?
Splatter und Yaoi/Shonen-Ai.
Ersteres mag ich auch bei Filmen nicht - ich steh nicht auf sinnlose und oftmals auch einfach nur physiologisch unlogische Blutlachen. (lach)
Zweiteres... hierbei muss ich gestehen, dass ich oftmals die Zeichnungen mag, aber mit den Storys nichts anfangen kann. Leider. In meinen Augen gibt es sehr, sehr viele begabte Shonen-Ai/Yaoi Zeichner - aber die Geschichten packen mich einfach nicht.


Was ist dein Lieblingsmedium und weshalb?
Am liebsten arbeite ich mit Aquarell.
Gerade hier merke ich immer wieder, dass nichts funktioniert, wenn ich zu sehr nachdenke.
Ich bin ein Mensch, der generell zu viel nachdenkt und demnach bedeutet Aquarell für mich "abschalten".
Und nicht nur das: Die z.T. vorhandene Unberechenbarkeit ist genau das, was ich liebe. Das Aufsetzen der Pinselspitze auf die nasse Oberfläche und die daraus entstehenden Muster durch das Zerfließen der Farbe... es gibt nichts spannenderes! Wirklich!


Welches Medium würdest du gerne einmal ausprobieren?
Airbrush. Besonders, wenn es um Designs von Autos oder Motorrädern geht.
Ich finde es faszinierend, was man mit etwas Farbe und einer Airbrushpistole anstellen kann.
Nun... aber die Ausrüstung ist auch nicht die günstigste.


Was ist dein Lieblingsformat?
Aktuell ist es das Querformat. Eigentlich habe ich immer Hochformat bevorzugt, aber in letzter Zeit bewies sich Querformat als praktischer. Und wenn wir von Zahlen sprechen: 24x32cm.
Bei Aquarell zeichne ich generell etwas über A4 hinaus, traue mich aber dann wiederum noch nicht an größere Formate heran.
Ganz anders als bei Acryl... Lange schmale Formate... Liebe! <3


Was zeichnest du thematisch am liebsten?
Natur und Architektur.
Bei ersterem hat man einfach viele Freiheiten in der Gestaltung der einzelnen Bildelemente, kann sich ausleben und die Farben schlichtweg fließen lassen oder aber eben auch mit Strukturen das ganze beleben. Architektur ist für mich reinste Präzisionsarbeit, aber gleichzeitig auch sehr entspannend, weil ich mich so die gesamte Zeit über auf eine bestimmte Sache konzentrieren muss und davon dann auch nicht mehr abzubringen bin... außer ich unterbreche mich selbst. ;)


Was zeichnest du gar nicht gerne?
Um ehrlich zu sein: Tiere.
Nicht, dass die bei mir wie Aliens aussehen würden... aber ich finde sie schlichtweg nicht gut.
Liegt ein bisschen an meiner Faulheit, mich mit deren Anatomie auseinander zu setzen. (lach)


Was denkst du, hat den größten Einfluss auf deine Bilder?
Musik, Film, Bücher, … aber vor allem auch die Arbeit anderer Künstler.
Momentan liebe ich es, anderer Werke zu analysieren und auch mal deren Technik auszuprobieren. Zu sehen, was mir selbst bringen könnte, was ich von diesen lernen könnte.
Oftmals sind es auch einfach „nur“ die Bildideen oder die Farbgestaltung, die für mich inspirierend ist.



Was ist das deiner Meinung nach auffälligste an deinen Bildern, bzw. gibt es Bildelemente, die sich gelegentlich wiederholen?

Zumindest die Tatsache, dass ich vor allem Frauen zeichne. Sie gehen mir schlichtweg besser von der Hand. Und im Gegensatz zu Männern mag ich gerade das Filigrane und Anmutige, was man ihnen geben kann.
Ich liebe es, Haare zu zeichnen – vielleicht sieht man auch dort etwas Wiederkehrendes?
Seit einem Jahr sind es aber auch generell Hintergründe. Das war früher nicht der Fall. Heute mag ich meistens keine Bilder mehr, die nicht ein bisschen Deko besitzen.


Wo siehst du dich als Künstler/in in einem Jahr?
Ich hoffe, dass ich mehr Leute mit meinen Bildern erreicht habe als jetzt – beim Zeichnen von Bildern tue ich dies in erster Linie für mich und für meine Liebsten. Es ist ein Hobby, eine Entspannung. Wenn es dann aber noch anderen gefällt, bin ich doppelt so glücklich. :)
Das Schönste wäre es, wenn ich mich in Aquarell so weit verbessert hätte, dass man einen „Wow“-Effekt erlebt... ich habe keine Ahnung, ob der Sprung kommt, aber da würde ich mich wirklich gerne sehen.


Was ist dein Ziel als Künstler/in?
Für die Zukunft möchte ich Bilder schaffen, die etwas aussagen und nicht nur schön sind.
Motive finden und auch die Umsetzung hinbekommen, die etwas bedeutet.
Klar will ich mich auch in meinen Schwachpunkten verbessern – das mehr als vieles andere.
Und mich immer wieder an neue Medien probieren.


Nimmst du Aufträge an? Wenn ja: warum, wenn nein: warum nicht?
Aktuell Nein, weil mir einfach die Zeit fehlt. Generell aber Ja.
Ich denke nicht, dass ich mit Zeichnen mir meinen Lebensunterhalt verdienen kann, ein Zuverdienst ist aber auch nicht schlecht.
Ich habe kein Problem damit, das Zeichnen als „Dienstleistung“ anzubieten. Allerdings habe auch ich ein paar Prinzipien und Moralvorstellungen und wenn die nicht zutreffen, dann wird es nichts. ;)


Was findest du schlimmer (und warum): ein Kreatief, wenn du zeichnen musst, oder ein Kreahoch, wenn du nicht zeichnen kannst?

Wenn ich nicht zeichnen kann.
Befinde ich mich in einer absoluten Hochphase, dann geht mir das Zeichnen sehr fix von der Hand und ich produziere ohne Ende Bilder über Bilder. Seltsamerweise habe ich dann gefühlt mehr Zeit als sonst. (lach)
Nicht Zeichnen zu können ist für mich immer ein kleiner Rückschlag. Ich weiß zwar, dass das normal ist, man ist schließlich Mensch und nicht Maschine – aber nervig ist es dennoch.


Hast du kurz Zeit, um eins deiner ersten hier hochgeladenen Bildern neu zu skizzieren? (10-Minuten-Skizze)

Na gerne doch! Und im direkten Vergleich.... bin ich gerade ziemlich erschrocken (lach).
Das ausgesuchte Bild ist wirklich das erste, welches ich hier hochgeladen habe, sprich über zehn Jahre alt.