2015-10-14

#inktober 2015 (Erste Bilanz)

Seit dem ersten Oktober ist wieder die #Inktober Challenge angebrochen, an der ich ja bereits schon letztes Jahr teilgenommen habe.

Worum geht es hierbei?



Werft einen Blick auf Jake Parkers Seite, um mehr Informationen zu erhalten.
Für diejenigen von euch, die des Englischen nicht so mächtig sind, eine kleine Übersetzung:


"Jeden Oktober nehmen Künster aus der ganzen Welt an der InkTober Zeichenchallenge teil, in dem jeden Tag des gesamten Monats eine Tuschezeichnung anfertigen. Ich kreierte den InkTober 2009 als eine Challenge, die meine Tuschefähigkeiten verbessert und positive Zeichenweisen hervorbringt. Diese wuchs in ein weltweites Unterfrangen mit tausenden von Künstlern, welche jedes Jahr die Challenge aufnehmen.
Jeder kann am InkTober teilnehmen. Nimm einfach einen Stift und fang an zu zeichnen.

InkTober Regeln:
1) Fertige eine Zeichnung mit Tusche an (du kannst eine Bleistiftvorskizze anfertigen, wenn du möchtest)
2) Poste es in deinem Blog (oder Tumblr, Instagram, Twitter, Facebook, Flickr, Pinterest oder pinn es einfach an deine Wand.)
3) Gib dem Hashtag #inktober an
4) Wiederhole

Bemerkung: Du kannst dies täglich oder in einem Halbmarathon bestreiten und jeden anderen Tag posten. Oder arbeite die fünf Tage und poste einmal in der Woche. Wie auch immer du dich entscheidest, sei beständig. Bei INKtober geht es darum zu wachsen und sich zu verbessern und positive Gewohnheiten zu entwickeln. Je beständiger du bist, desto besser.

Das ist es! Jetzt kreiere etwas Schönes."




Meine positive Gewohnheiten bisher gestalteten sich darin, dass ich zum einen neue Dinge ausprobiere, zum anderen aber auch vor der Arbeit mich gleich an den Inktober Beitrag setze, damit ich abends nur noch die Feinheiten abarbeiten muss. Das klappt soweit auch ganz gut.

Und auch die Motive sprießen nur so. Es gibt immer etwas, was man zeichnen kann. Ob nun mit Referenz, ob Imitation oder aus eigener Fantasie heraus.
Deswegen gibt es jetzt eine erste Zusammenfassung meinerseits der bisherigen Tage - insgesamt wird es also drei Übersichten geben.

Viel Spaß!





-Tag 01 coloured maple - 

Das Blatt hatte ich einen Tag zuvor auf meinem Heimweg gefunden.
Bei Blättern im Herbst kann ich gar nicht anders und muss einfach sammeln. :D
Als Aufwärmung für den INKTOBER gab es demnach eine simple kleine Studie.

Material:
GEOcollege Liner 0,05, Schwarz.



- Tag 02 Art Nouveau L'Automne - 

Ich liebe den Jugendstil, ich liebe Mucha.
Von allen immer noch meine liebste Kunstrichtung. <3
Demnach als zweite Aufwärmung eine freie Illustration zum Thema
Herbst. Es ist gar nicht so einfach, die Haare wirklich so genau zu zeichnen
und dabei immer noch filigran zu lassen.

Material:
GEOcollege Liner 0,05
Edding 1800 0,1
Copic Multiliner 0,3




- Tag 03 Forest Glade - 

Hier kommen wir nun zu einem Experiment, dass ich zweierlei
ausprobieren musste: Zum einen mit Pinsel und Tusche zu arbeiten
und zum anderen just punktuell etwas zu kreieren.
Ich habe zum Schluss doch ein bisschen geschummelt und ein paar
Schattenflächen eingebaut.
Die Originalarbeit stammt von Michael Günzburger, welcher noch eine Reihe
anderer interessanter Arbeiten dieser Art angefertigt hat.

Material:
Pinsel
Nan-King Indian Ink


- Tag 04 Abrafaxe - 

Wer kennt sie nicht? Als zweite Übung, um mit Pinsel und Tusche besser
umgehen zu können... was gibt es da besseres als die ultimative Challenge?
Ich habe im Verlag oft genug mit Pinsel und Tusche zeichnen müssen und erinnere mich,
dass mir besonders die runden Formen Probleme bereiteten... es hat sich nichts
geändert. (lach)
Nun gut, es ist etwas einfacher geworden.
Außerdem möchte ich noch hinzufügen, dass die jetzige Charakterversion der
Abrafaxe und jene selbst dieses Jahr 40 Jahre alt geworden sind!

Material:
Pinsel
Nan-King Indian Ink




- Tag 05 strange world - 

Alles fing mit der kleinen Amber hier an, die zugegebenermaßen eine Anna-Frisur
trägt... und ein bisschen wie eine Figur von Tim Burton aussieht. :'D
Und dann dachte ich mir... lasse sie irgendwo reinfallen.
Aber wohin? Die Welt in meinem Kopf ließ sich leider nicht so aufzeichnen,
wie ich wollte. Entsprechend... habe ich improvisiert mit halben Rußmännchen,
die Ghibli-Liebhaber kennen dürften, Schädeln und ein bisschen Pünktchenstruktur in
den undefinierbaren Wellen/Tentakeln.
Vielleicht las Amber ein Buch und wurde von dieses in dessen Welt gezogen?

Material:
GEOcollege 0,05
Edding 1800 0,1
Copic Multiliner 0,1




- Tag 06 music is alive - 

Nein, ich habe nie Shigatsu wa kimi no uso gesehen, möchte es aber noch,
denn der Soundtrack verzaubert mich. Entsprechend kam so auch dieses Motiv
zustande und so sehr ich Musikinstrumente liebe... ich mag es nicht, sie zu zeichnen!
Die Pose war ein Krampf, gefällt mir immer noch nicht so recht und auch sonst
war es alles andere als leicht.
Ich wollte hier die flüssige Acryltusche ausprobieren, die ich besitze und ebenso
ein bisschen für Effekte mit weißem Wachsstift sorgen... letzteren setzte ich
leider zu zögerlich, so dass man davon nichts sieht.
Ersteres war ebenso schwierig, da ich noch nie mit flüssiger Acryltusche gearbeitet habe.
Ist eben kein Aquarell.

Material:
Faber Castell Bleistift 9000 H
Schmincke Aero Color Basis Cyan 405
Winsor & Newton Cotman Aquarell 201, 203, 744
Stockmar Waschmalstift Weiß



- Tag 07 Cranes in Autumn -

Ein weiteres Experiment, mich mehr auf japanische traditionelle Tuschezeichnungen
einzulassen. Allerdings auch hier mit Vorzeichnungen.
Motiv ist abgezeichnet, da es für mich vor allem um die Tuscheverteilung selbst ging.
Ich muss sagen, dass ich so eindeutig besser zurecht komme als mit Acryltusche.
Die Zeichentusche ist simpel mit Wasser verdünnbar und somit lässt sich mit
wenig Nachdenken und viel Gefühl eigentlich alles erreichen, was man will.
War hier jedoch noch ziemlich zögerlich.

Material:
Faber Castell Bleistift 9000 H
DaVinci Ussuri Rotmarder Gr. 3/0 und 2
Nan-King Indian Ink




- Tag 08 Great Titmouse -

Eine weitere Übung zur Tuschemalerei.
Hier konnte ich schon weitaus freier arbeiten und lockerer rangehen.
Im Nachhinein hätte ich für die Hagebutten gerne Rot besessen, aber das
kam erst jetzt die Tage.  :) <3
Die Kohlmeise ist ebenso abgezeichnet aus selbigen Gründen wie bei Tag 07.

Ich habe hierzu auch ein kleines Video hochgeladen.




Material:
Faber Castell Bleistift 9000 H
DaVinci Ussuri Rotmarder Gr. 3/0 und 2
Nan-King Indian Ink




- Tag 09 Sally's Lament -

Ein Hoch auf "Nightmare before Christmas" - ich liebe es nach wie vor
und befinde mich wie jeden Oktober im Tim Burton Flash.
Es war mal wieder an der Zeit ein Motiv mit Mucha zu kombinieren und demnach
suchte ich mir eine entsprechende Vorlage seiner Arbeiten heraus, um jene auf
Sally zuzuschneiden. Schwierig war hierbei vor allem die semirealistische
Umsetzung, da der Burton-Stil doch sehr prägnant und schräg ist.
Und dann das ganze noch mit dem Jugendstil von der Kleidung her zu kombinieren...
Uff.
Normalerweise sind Ornamente und Blumen natürlich stark vertreten, hier entschied ich
mich aber für eine Bilderreihe an Charakteren, die im Film vorkommen.
Leider Gottes klappte es nicht, sie nach Wichtigkeit für Sally zu ordnen, weil Sally zu so
einigen Figuren einfach keine Beziehung besitzt. Sie ist zwar Bewohnerin des Dorfes,
aber in meinen Augen immer noch Außenseiterin. Ähnlich wie Jack, der zwar verehrt,
aber doch kaum verstanden wird.

Material:
GEOcollege 0,05
Edding 1800 0,1
Copic Multiliner 0,3 und 0,5
Faber Castell Pitt Artist Pen Brush
Nan-King Indian Ink




- Tag 10 Bauch & Kopf - 

Ein Song von Mark Forster. Bitte hört ihn euch an und achtet vor allem
auf den Text, selbst wenn ihr den Sänger nicht mögt.
Hier wollte ich mal einen Poncho zeichnen und diesen entsprechend mit Mustern
versehen, weil ich zu selten mit solchen arbeite. Und auch absolut ideenlos bin, was
das betrifft (lach). War also eine gute Übung und letzten Endes auch entspannende
Arbeit. Wie alles, was mit Mustern zu tun hat, finde ich.

Material:
GEOcollege 0,05
Edding 1800 0,1
DaVinci Ussuri Rotmarder Gr. 1 und 2
Nan-King Indian Ink




- Tag 11 curious cat - 

Die Pose wurde recherchiert. Der Schmetterling ist frei erfunden nach
Tuschemalereibeispielen.
Hierzu gibt es zwei Versionen: Einmal die, welche ihr hier sehen könnt und dann
noch einmal eine andere, Grußkartenform, auf Sumi e Papier.
Der Unterschied? Die Papierstruktur.
Sumi e Papier gab mir weniger Freiheiten, weniger Detailreichtum, dafür aber
den interessanten Fluff-Effekt im Fell.
Hier hingegen konnte ich ohne Probleme die Details ausarbeiten.

Material:
DaVinci Ussuri Rotmarder Gr. 2 
Nan-King Indian Ink
(Versuchspapier: Sumi e von Hahnemühle)




- Tag 12 Being eaten alive - 

Ich mag japanische Horrorgestalten und generell die Horrorstorykultur.
Manche Geschichten sind einfach nur banal lächerlich (Die Kartoffelsackfrau...
herrlich!), andere hingegen wirklich gruselig oder eklig (Wieso müssen eklige Haare
bei denen immer solch eine Rolle spielen? Und wieso habe ich das auch so aufgenommen?)
Wie man hier vielleicht erkennen kann, handelt es sich um eine Schülerin,die von einem
Dämon angefallen wurde - wenn auch mehr im Geiste als physisch.
Und das ist für mich auch der Kerngedanke dahinter: die Ausbeutung, die man heutzutage
in der Gesellschaft erfährt. Das Kaputtgespieltwerden.
Hier ist es der Leistungsdruck in der Schule, welcher Gefangene schafft und zu psycho-
somatischen Beschwerden führen kann (hier Alopezie, Gewichtsverlust, Schlafstörung).
Später ist es dann die Arbeit, die einen mit dem Status "selbstverständliche Mehrarbeit"
fertig macht (und evtl. dann noch Probleme wie Mobbing auftreten könnten oder generelle
Existenzangst).
Dinge, die einen aussaugen, ohne dass man es sofort merkt.

Der Dämon ist ein wenig auf die typische Darstellung japanischer Geister und Dämonen zurückzuführen.

Hier wollte ich ein komplettes Bild wirklich mal Inken. Ohne Wenn und Aber mit Feder.
Was am Anfang sehr beschwerlich war, stellte sich am Ende als einfacher Fluss heraus.

Ich möchte gern noch mehr Figuren jener Art (Mädchen) zeichnen.

Material:
Maru Pen
Nan-King Indian Ink



- Tag 13 The Fear - 

Hallo Amber-Anna! :D
Ich wollte ihr nochmal einen Auftritt geben.
Ursprünglich sollte es nur ein Spukbild mit Witz werden,
nun entwickelte sich daraus ganz von alleine ein weiteres Horrorbild.
Amber selbst ist fix gezeichnet - ich musste ein bisschen nachdenken, wie
die Licht-Schatten Reflexe gesetzt werden. Passt auch nicht ganz, aber dafür,
dass ich sonst nie so viel monochrom und mit Schraffuren arbeite, passt es.
Ich versuche mich bei solchen Dingen immer an damalige alte Arbeiten und Studien
(besonders Mittelalter) zu erinnern, die damals allesamt mit fast nur einer Farbe
auskommen mussten -  dann kriege ich eine recht gute Vorstellung und es ist
weitaus einfacher.

Ich kann keine Monster zeichnen. Werde ich jetzt als nächstes üben. :D
Tipps habe ich mir schon geholt (lach)
Irgendwie hätte ich jetzt Lust auf ein Horrorspiel mit Amber.

Material:
Pilot G-Tec C4 0,4 



Und damit haben wir die ersten dreizehn, fast vierzehn Tage rum.
Was habe ich also bisher mitnehmen können?
Das Ausprobieren von Tuschemalerei (auf Arbeit konnte ich mir ja dazu neulich auch ein Heft durchlesen - Theorie-Input yeah!), das freie Arbeiten mit Pinsel, monochrome Schattensetzung, diverse Stile, Illustration
Ich bin gespannt, was der zweite Oktoberteil bringen wird. :)





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