2012-07-15

Wie eine Seite entsteht (1) - bis zur Reinzeichnung

Oder auch: "Tage, an denen Outlines einfach nichts werden..."
Leider.
Denn da hat man die Motivation und den Willen... und dann... schiebe ich's eben auf Samstag, den Vierzehnten! ;)
Aber wenn es schon mit dem Zeichnen nichts wird, dann wenigstens mit "darüber reden".
Wo fangen wir also an? Vielleicht mit der Frage, was bei mir auf dem Schreibtisch liegt?




Das ist so ziemlich meine Standardausrüstung, wenn's ans Zeichnen von neuen Seiten geht.
Wir sehen einen 2HB-Pikachubleistift, einen Nici-Anspitzer, einen Mono-Rasgiergummi und einen Muji-Radiergummi, einen Federhalter von Deleter, eine Tube Deckweiß und ein Fläschchen Tinte von Pelikan, ein No-Name Geodreieck und einen Diddl-Füller, der hier nix zur Sache tut, aber sich dennoch in meiner kleinen Schatztruhe befindet - einfach weil er's kann.
Desweiteren vorne drei pitt-artist pen von Faber-Castell und der Radierstift Tikky von Rotring.
Wie in allen Dingen ist nicht immer gesagt, dass Marken besser sind als andere Dinge. Natürlich findet sich ein Unterschied zwischen einen Faber-Castell Bleistift und einen solchen billigen wie mein Pikachu-Bleistift - aber letzten Endes sollte einfach jeder das verwenden, womit er am besten zurechtkommt.
Dennoch kann ich nicht verleugnen, dass ich besonders von den pitt-artist pen Faber-Castells angetan bin (diverse Stärken in S, M und B = äußerst praktisch). Ebenso würde ich nie wieder meinen Radierstift gegen einen normalen Radierer austauschen, wenn es um feine Flächen geht, die wegradiert werden müssen.
Ein ganz normales kleines Zeichenpaket also.

Kommen wir nun zu der Seite selbst...




Bamm. Panelrahmen wurden bereits fein säuberlich mit Lineal und den Linern nachgezogen. Für Panel nehme ich immer eine mittlere Linienstärke, damit es sich besser vom Rest abhebt. Selbiges gilt in den meisten Fällen für die Sprechblasen und Textkästen. Dabei muss ich sagen, dass ich es wirklich nicht abkann, runde Dinge zu outlinen. Habe ich noch nie gemocht, und ich muss mich immer dran zurückerinnern, wie ich im Praktikum eines bekannten Verlages dazu "gezwungen" wurde, für eine ganze Weile nur runde Gegenstände zu zeichnen und mit Pinsel zu outlinen. Horror. Dennoch sollte ich es wohl dringend mal wieder üben - einfach damit es wieder besser übergeht und es nicht jedes Mal ein Krampf ist.




Danach geht es an die Figuren selbst.
Zunächst immer Charaktere, danach erst die Hintergründe.
Das ist meine eigene kleine Reihenfolge. Im Foto halte ich wieder einen der Liner (Stärke S; "small") - Da ich leider doch immer keine dünne Feder besitze (bzw. ich mir erst eine bestellen muss), arbeite ich die dünnen Outlines momentan komplett mit Liner. Funktioniert an sich ganz gut! Je nach Lust und Laune arbeite ich also zunächst die feinen Linien aus oder eben erst die stärkeren.




Bei dieser Seite folgten die stärkeren Linien erst als zweites. Mit Feder und Tusche geht's Stück für Stück voran, wobei ich zunächst immer die Gesichtsform nachziehe, um eventuell doch noch einmal eine Korrektur bei den Augen vorzunehmen.




Und schließlich habe ich's geschafft, und die Outlines stehen so weit. Warum dennoch noch so viele freie Flächen vorhanden sind? Die Hintergründe zeichne ich immer zum Schluss. Und damit meine ich wirklich zum Schluss: Wenn ich mit allen Seiten durch bin und nur noch jene Sznerien übrig bleiben. Ich bin kein Fan von solchen Dingen. :'D
So, und nun die Fake-Funktion des Deckweißes: In der Tat benutze ich das nur bei Kolorierungen. Sämtliche Fehlstriche bei den Outlines von Seiten tätige ich dann am PC, da dort eh alles weitere gefärbt und gerastert wird. So spare ich mir auch die Arbeit des mühseligen Schwärzens.
Als ich damals an "Standing in the Rain" saß, hatte ich die ersten Seiten noch per Hand geschwärzt. Macht sich bei Bleach ziemlich schlecht, denn da ist alles Schwarz, was nicht Weiß ist. Haare, Shihakushou, .... :-/

Der nächste Schritt wäre nun natürlich die überflüssigen Bleistiftlinien wegzuradieren, bevor ich die Seiten scanne.
Mir wurde einmal angeraten Blaustifte zu verwenden, damit könnte man sich das Radieren gewisserweise sparen, da man am PC einfach den Blaukanal ausschalten könnte. Eine gute Alternative, aber leider mag ich das Radieren. Es ist mitunter zeitaufwendig, frisst vor allem Radierer über Radierer, aber dafür gibt es mir das Gefühl, dass ich auf dem Weg zur fertigen Seite einige Schritte weitergekommen bin.




Radiert, eingescannt und und relativ gesäubert, sieht eine Seite dann z.B. so aus.
Und damit wären wir auch schon beim nächsten Thema: das Rastern.
Für heute ist aber erst einmal Schluss. Ich habe Hunger und ich muss noch ein bisschen was zur Krankheitslehre lernen, immerhin erwartet mich am Dienstag eine praktische Prüfung. - :)

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